Grüner Start ins neue Jahr - Neujahrsempfang mit Gesine Schwan und Fritz Kuhn am 6. Januar 2009 in Heidelberg
Gemeinsam mit rund 300 interessierten Bürgerinnen und Bürgern sind die Grünen Heidelberg in das neue Jahr 2009 gestartet. Neben Theresia Bauer und Fritz Kuhn hielt auch Gesine Schwan, Kandidatin für die Bundespräsidentenwahl am 23. Mai, eine kurzweilige und spannende Rede.
Nach der Begrüßung durch Theresia Bauer hob Fritz Kuhn die Bedeutung grüner Kernthemen hervor, die sehr wichtig für die Überwindung der gegenwärtigen Krise sind. „Es ist absurd, jetzt beim Klimaschutz mit Verweis auf die Kosten einen Rückzieher zu machen. Stattdessen muss ein sinnvolles Konjunkturprogramm auf Investitionen in die Zukunft setzen“, so der Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion. Diese müssten in drei Bereichen erfolgen: Die Anstrengungen im Klimaschutz müssten ausgeweitet statt eingeschränkt, Bildung müsse stärker betont und die soziale Gerechtigkeit gestärkt werden. Die Investitionen dürfen sich nicht auf die Gegenwart beschränken, sondern müssen in die Zukunft reichen und dauerhaft wirken.
Gesine Schwan wies in ihrer Rede auf die Chancen hin, die aus der Krise erwachsen. Sie mahnte dabei eine Rückbesinnung auf die Spielregeln der sozialen Marktwirtschaft an. Gleichzeitig betonte sie jedoch auch, dass Lösungsansätze, die ausschließlich auf eine umfassende nationalstaatliche Steuerungsfähigkeit setzen, den heutigen Verhältnissen nicht mehr angemessen seien. Nur eine organisierte Zivilgesellschaft sei in der Lage, eine globale politische Einflussnahme zu gewährleisten, die den privaten Sektor wieder auf seine Verantwortung für die Gemeinschaft verpflichten könne. Sie bezeichnete daher insbesondere die Chance einer Rückkehr der Moral ins ökonomische Handeln als das „geradezu Paradiesische“ an der gegenwärtigen Krise. Verantwortung und Gemeinsinn seien vonnöten, um vergleichbare Krisen in Zukunft zu vermeiden, anstatt sie als gegebene Notwendigkeiten des kapitalistischen Wirtschaftens hinzunehmen.
Die Rede von Gesine Schwan löste bei der Zuhörerschaft begeisterte Zustimmung aus. Sie hat sich den Heidelbergerinnen und Heidelbergern als beeindruckende und kompetente Persönlichkeit präsentiert. Für die Wahl in der Bundesversammlung am 23. Mai wünschen wir ihr viel Erfolg. Neben der Bundespräsidentenwahl werden am 7. Juni auch das Europaparlament sowie der Heidelberger Gemeinderat gewählt. Am 27. September schließlich erfolgt die Bundestagswahl.