"Soziale Gerechtigkeit - Grüne Antworten". Abendveranstaltung am 12. April 2010 in Ilvesheim

Soziale Gerechtigkeit – Grüne Antworten

Veranstaltung mit Fritz Kuhn am 12. April 2010 in Ilvesheim

Knapp 40 interessierte Bürgerinnen und Bürger kamen am Abend des 12. April in die Räume des Kindergarten „Sonnenburg“ in Ilvesheim, um den Vortrag von Fritz Kuhn mit dem Titel „Soziale  Gerechtigkeit – Grüne Antworten“ zu hören und im Anschluss daran mit Herrn Kuhn zu diskutieren. Frau Helga Zühl-Scheffer vom Grünen Ortsverband Ilvesheim begrüßte die Anwesenden und gab dann das Wort an Fritz Kuhn.

Zu Beginn seines Vortrags stellte Kuhn fest, dass die soziale Spaltung in Deutschland weiter zunimmt. Sehr reiche Bürgerinnen und Bürger werden immer schneller noch reicher, wohingegen sehr Arme kaum noch Chancen haben, aus der Armut zu entkommen. In der Mittelschicht nimmt Umfragen zufolge die Angst vor materiellem Abstieg und Arbeitslosigkeit weiter zu. Die Kritik der FDP und von Guido Westerwelle an Arbeitslosen ist jedoch völlig unangebracht und verfehlt den Kern des Problems völlig. Außerdem sind die Aussagen von Westerwelle, Arbeit lohne sich nicht, schlicht unwahr. Die Fakten zeigen, dass jemand, der einer Arbeit nachgeht, immer mehr Geld zur Verfügung hat als jemand, der Arbeitslosengeld II bezieht.

Die sogenannte Hartz-IV Reform, die noch unter rot-grüner Regierung entstand, folgte dem Leitkonzept des Förderns und Forderns. Aus heutiger Sicht, sieben Jahre nach Einführung der Reform, bleibt festzuhalten, dass der Aspekt des Förderns nicht voll funktioniert hat und hier noch nachgebessert werden muss. Ein weiteres Problem ist die Zunahme und der Missbrauch der Leiharbeit: viele Unternehmen haben ihr Personal entlassen und als Leiharbeiter dann wieder eingestellt. Dieser Missbrauch der Leiharbeit muss gesetzlich verhindert werden.

Die Grünen Antworten auf die Probleme und Herausforderungen des Sozialstaates sind nach Kuhn die Einführung eines Mindestlohnes. Durch das Progressivmodell bei der Einkommenssteuer soll gewährleistet werden, dass starke Schultern mehr tragen als schwache. Im Gesundheitsbereich soll eine Bürgerversicherung eingeführt werden, die die jetzt schon de facto bestehende Zwei-Klassen-Medizin überwindet. Zur Finanzierung dieser Pläne sollen auch die Einkünfte aus Kapital wie z.B. große Mieteinnahmen aus Immobilienbesitz herangezogen werden. Auch unsinnige Subventionen wie die Steuerbefreiung von Flugbenzin müssen geändert werden. Und für Steuersenkungsphantasien, wie sie der FDP vorschweben, ist in der gegenwärtigen wirtschaftlich immer noch schwierigen Situation keinerlei Spielraum.

In der anschließenden Diskussion kamen aus dem Publikum Nachfragen zur Bürgerversicherung und den vielfältigen Probleme im gegenwärtigen Gesundheitssystem wie das hohe Maß an Intransparenz und die mangelnden Bemühungen im Bereich Prävention. Über den Bereich der Sozialpolitik hinaus wurden noch einige Fragen zu den Themen Energie, Bildung und Außenpolitik beantwortet.

Ilvesheim 12.4.10



Ilvesheim 12.4.10

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Fraktionsbeschluss Grüne Rohstoffstrategie
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